Theodor Schwann ( 1810 – 1882 )

Theodor Schwann wurde am 7. Dezember 1810  in Neuss als  Sohn des Goldschmieds und Verlegers Leonard Schwann und seiner Frau Elisabeth geb. Rottels geboren . Nach der Elementarschule besuchte Theodor Schwann das Progymnasium in Neuss, dann das Marzellengymnasium in Köln, wo er 1829 das Abitur erhielt.

Von 1829 bis 1834  studierte Schwann Medizin an den Universitäten Bonn, Würzburg und Berlin.

In Berlin legte er 1934 das Staatsexamen ab und promovierte. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Anatomisch-Zoologischen Institut in Berlin machte er mikroskopisch-anatomische Entdeckungen an Muskeln und Nerven (Schwannsche Hüllzellen an den Axonen von Nervenzellen), schrieb die Zellenlehre nieder und entdeckte 1836 in Berlin das Pepsin, ein Enzym verantwortlich für die Verdauung von Eiweißen. Pepsin war das erste Enzym, das aus tierischem Gewebe isoliert wurde. Außerdem wies er gleichzeitig mit von Friedrich Traugott Kützing und Charles Cagniard de la Tour nach, dass Mikroorganismen, Hefepilze, für die alkoholische Gärung verantwortlich sind.

Von 1839-49 war er Ordentlicher Professor der Medizin an der Universität Löwen, Belgien, wo er zahlreiche Versuche zur Klärung der Verdauung durchführte.

Theodor Schwann als Dekan in Lüttich/Liège

Schwann entwickelte im Jahr 1839 zusammen mit Matthias Schleiden die Zelltheorie, welche die Zellen als die grundlegenden Baueinheiten der Pflanzen und der Tiere kennzeichnet.  Schwann und Schleiden erkannten, dass einige Organismen einzellig sind, während andere mehrzellig sind. Sie erkannten auch, dass Membranen und Zellkerne zu den allgemeinen Zelleigenschaften gehören und beschrieben sie durch Vergleich der verschiedenen Tier- und Pflanzengewebe.

1849-79 war er Ordentlicher Professor der Medizin an der Universität Lüttich, Belgien wo er wie schon zuvor in Löwen als Anatom, Pathologe, Physiologe und Embryologe lehrte. Er war in mehreren Amtsperioden von 1850-63 Dekan der Universität. In dieser Zeit erfand und entwickelte Atemschutzgeräte für Bergwerke, die im Prinzip heute noch auf die gleiche Art im Gebrauch sind.

Bis zu seiner Emeritierung erhielt er zahlreiche Auszeichnungen für seine wissenschaftlichen Leistungen, so z.B.

Ritter des Ordens pour le mérite
Ehrendoktor der Universität Bonn
Ehrendoktor der Universität Tübingen
Ehrenmitglied der Kaiserlichen Universität Kasan/Russland
Ehrenmitglied der Kaiserlichen Akademie für Medizin., St. Petersburg
Ehrenmitglied der Kaiserlichen Gesellschaft für Naturwissenschaften, Moskau
Honorary Fellow der Royal Medical Society, London
Mitglied der Royal Society, London.

Grabplatte

Familiengrab auf dem Melatenfriedhof, Köln

Während eines Besuchs bei seinem Bruder in Köln erkrankte er schwer und starb dort am 11. Januar 1882. Er wurde im Familiengrab auf dem Melatenfriedhof in Köln beigesetzt.

In Neuss erinnert ein Denkmal vor der Alten Post, die Schwannstraße und eine Plakette an seinem Geburtshaus am Büchel 18 an diesen bedeutenden Wissenschaftler, ebenso das Theodor-Schwann-Gymnasium, das 1992 mit dem Marie-Curie-Gymnasium vereinigt wurde.

 

 

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