Streitschlichtung

Seit dem 2. Halbjahr 2012 gibt es am MCG eine AG für die Ausbildung von Streitschlichtern. Was Streitschlichtung überhaupt bedeutet, was sie leisten kann und für wen die AG offen steht, soll hier kurz erläutert werden.

Streitschlichtung ist eine Form der Mediation, die das Schulklima verbessern soll. Wie wir alle wissen entstehen in der Schule täglich Konflikte, kleine Streitigkeiten, die, wenn sie nicht gelöst werden, schnell weitere Kreise ziehen können. Der althergebrachte Weg solche Konflikte zu lösen, ist in der Regel der Gang zum Klassenlehrer, zum Vertrauenslehrer oder gar zur Schulleitung.

Genau an dieser Stelle ergeben sich zwei Probleme. Zum einen passiert es häufig, dass die entsprechende Lehrerin oder Lehrer gerade nicht auffindbar ist oder keine Zeit hat sich des Problems direkt anzunehmen. Oft sind auch die Hemmungen oder die Angst bestraft zu werden zu groß, um einen Lehrer / eine Lehrerin anzusprechen.

Hieraus ergibt sich unmittelbar das zweite Problem. Die Konfliktlösung seitens einer höher gestellten Person sieht häufig so aus, dass eine Konfliktpartei „schuldig gesprochen“ und bestraft wird. Hiermit ist allerdings der eigentliche Konflikt nicht gelöst, sondern schwelt unter der Oberfläche weiter und kann jederzeit wieder ausbrechen.

Die Streitschlichtung als Form der Mediation versucht genau diese Probleme zu beheben. Die fertig ausgebildeten StreitschlichterInnen haben ein festes Büro, was jeder Schüler / jede Schülerin kennt und im Streitfall aufsuchen kann. Besonders in den Pausen ist das Büro besetzt und kann somit unmittelbar ohne den „Umweg“ über eine Lehrerin / einen Lehrer aufgesucht werden.

Der Umgang mit dem zweiten, oben genannten Problem ist zugleich das Kernanliegen der Mediation / Streitschlichtung. Ihr Ziel ist es nämlich Kompromisse zu formulieren, mit denen beide Konfliktparteien insofern zufrieden sein können als dass der Streitanlass „aus der Welt“ geschaffen wird. Es wird also gerade vermieden einen Schuldigen zu ermitteln. Vielmehr sollen sich die Streitenden im Schlichtungsgespräch mit der Unterstützung des Schlichters ein „Abkommen“ erarbeiten („Was erwarte ich von dir?“, „Was bin ich bereit zu tun?“), was für beide akzeptabel ist. Wichtig ist außerdem, dass das Schlichtungsgespräch auf Freiwilligkeit beruht. Nur wenn die Streitenden selbst an der Lösung ihres Konflikts interessiert sind, kann ein Schlichtungsgespräch erfolgreich sein.

Die Streitschlichter selbst haben also während des Gesprächs weniger die Funktion eines Richters als vielmehr die eines Vermittlers. Sie helfen dabei einen tragfähigen Kompromiss zu erreichen.

In der AG lernen interessierte Sechst- und Siebtklässler wie ein Schlichtungsgespräch verläuft (wir orientieren uns an dem Bensberger Mediationsmodell) und üben in zahlreichen Rollenspiel anhand typischer Streitsituationen, wie sie als SchlichterInnen erfolgreich sein können.

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