About

Posts by :

50 Jahre Marie-Curie-Gymnasium: Ein goldenes Jubiläum

Wer am Dienstag um kurz vor 17:00 Uhr die Aula des Marie-Curie-Gymnasiums betrat, traute seinen Augen kaum: Gold, wohin man blickte. Auf der Bühne schwebten riesige goldene Zahlen, indirektes Licht tauchte die Decke in einen goldenen Schimmer und auf den Stehtischen fanden sich goldene Verzierungen. Auch in der Mitte der Aula sah man etwas Ungewohntes, das dort eigentlich sonst nicht anzutreffen ist: eine riesige Torte. Was war passiert?

Die Lösung für all diese Phänomene war ein freudiger Anlass: das Marie-Curie-Gymnasium feierte das „goldene“ Jubiläum! Auf fünfzig Jahre Geschichte konnte die Schulgemeinde an diesem Abend voller Stolz zurückblicken. Und dies tat sie mit vielen hochrangigen Gästen und Ehemaligen.

Nicht nur der Bürgermeister Reiner Breuer hielt eine tolle und motivierende Rede, der auch der nötige Humor nicht fehlte, auch gratulierte die Regierungsschuldirektorin Doris Mause der, nach ihren Worten, eigentlich ja noch recht jungen Schule zur stolzen Zahl und lieferte im Rückblick einen akkuraten Blick auf das mit den Jahren immer beeindruckender ausgeschärfte Profil des Marie-Curie-Gymnasiums. Von der Doppelqualifikation über das bilinguale Konzept und die Schulfusion mit dem Theodor-Schwann-Gymnasium reichte dann die Rede unserer Schulleiterin Emmy Tressel – bis in die Gegenwart mit dem Bestreben sich zur Europaschule zu entwickeln und die aktuell erfolgreich abgeschlossene Qualifizierung als MINT-freundliche Schule.

Doch nicht nur Reden waren Inhalt des Jubiläums, sondern auch musikalische Höhepunkte: neben der Big-Band gab es wunderschön choreografierte Tanzeinlagen und klassische Musik – alles durch engagierte Schülerinnen und Schüler, ein weiterer Beweis für die Vielseitigkeit und das Engagement unserer tollen Schülerschaft!

Anschließend wurde die große Geburtstagstorte angeschnitten und an die vielen Ehrengäste, z.B. die Beigeordnete der Stadt Neuss Frau Dr. Christiane Zangs, Herrn Dieter Steins, den ehemaligen Schulleitern Andreas von Vultee und Dr. Heinz Wambach, ausgeteilt und noch lange stand man in der festlichen Aula, vertieft in die Vergangenheit und die Zukunft des Marie-Curie-Gymnasiums – einer noch jungen Schule mit stolzer Geschichte. Auf die nächsten fünfzig Jahre!

[SCH]

Überraschungssieger beim Oberstufen-Fußballturnier

Die Q2 sorgt selbst für die Überraschung

Auch in diesem Jahr haben sich die Schüler der Oberstufe kurz vor Weihnachten einen Kampf auf dem Fußballfeld geliefert. Dabei ist der Begriff Kampf wörtlich zu nehmen. Viele harte Tacklings und Diskussionen mit dem Schiedsrichter rückten in fast jeder Partie in den Vordergrund. Mangelnde Motivation ist demnach keiner Mannschaft bzw. Stufe vorzuwerfen.

Die Ausgangslage war klar: Die Q2 war hochfavorisiert, die Q1 evtl. als Underdog gefährlich. Die „Ehemaligen“ wollten vor allem Spaß haben, die EF wollte Erfahrung für die nächsten Jahre sammeln und die Lehrer, die hofften endlich mal wieder die Vorrunde zu überstehen…

Nach einer umkämpften Vorrunde konnten sich erwartungsgemäß die beiden Mannschaften der Q2 souverän durchsetzen, wobei der zweiten Mannschaft das bessere Torverhältnis in der Gruppenphase zur Gute kam. So wurde das eine Halbfinale zu einem reinen Q2-Duell. In dem anderen Halbfinale trafen die Ehemaligen auf die Lehrermannschaft, die sich sensationell mal wieder qualifizieren konnte. Beide Semi-Finals waren denkbar spannend und wurden nach torloser Verlängerung erst im 7-Meter-Schießen entschieden. Für die große Überraschung im 1. Halbfinale sorgte die Q2 selbst. Die 2. Mannschaft gewann gegen den Favoriten und Titelverteidiger der ersten Mannschaft der Q2. Doch wer würde der Gegner sein? Auch im 2. Halbfinale war Nervenstärke gefragt; Wieder 7-Meter-Schießen. Bis zum fünften Schützen blieb es spannend, doch den Lehrern versagten die Nerven und die Ehemaligen zogen verdient aber glücklich ins Finale ein.

Das wiederrum kampfbetonte Finale konnte die Q2 für sich entscheiden mit einem 2:0. Somit bleibt der „Pokal“ bei der Q2, die sich selbst geschlagen hat und am Ende doch – zum Teil – den Sieg genießen kann. Herzlichen Glückwunsch der zweiten Mannschaft der Q2! [KER]

Ausbildung zum Schulsanitäter durch den Malteser Hilfsdienst

Seit November ist es wieder soweit: insgesamt elf interessierte Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 bis 10 lassen sich von den Malteser Hilfsdienst zu Schulsanitätern ausbilden, um verletzte sowie erkrankte Personen im Schulalltag zu versorgen und zu betreuen. Dazu absolvierten sie bereits erfolgreich am Samstag einen umfassenden Erste-Hilfe-Kurs und werden in einer wöchentlichen AG ihr Wissen vertiefen und praktisch einüben. Die AG wird von Christina Hermann geleitet, die bereits früher schon Schulsanitäter mit viel Engagement bei uns ausgebildet hat. Zusätzlich werden die Schulsanitäter-Anwärter an fünf Samstagen in der Malteser Wache intensiv auf die theoretische und praktische Abschlussprüfung im April 2019 vorbereitet. Wir wünschen dabei allen viel Erfolg und danken dem Malteser Hilfsdienst für ihre tatkräftige Unterstützung. [KIR]

From Rags to Riches – dem amerikanischen Traum ganz nah

Seitdem wir, der Englisch Leistungskurs der Q1 von Frau Rißen, uns seit Ende der Sommerferien mit der Entstehungsgeschichte von Amerika und den Elementen des amerikanischen Traums beschäftigten, stellte sich uns allen sehr oft die Frage, ob der American Dream noch immer existiert und ob man es wirklich „from rags to riches“ (zu Deutsch: vom Tellerwäscher zum Millionär) schaffen kann.

Am 29.10.2018 war es dann endlich soweit – wir bekamen Besuch von William Block, einem gebürtigen Amerikaner, welcher in New York aufgewachsen ist, nun jedoch in Neuss lebt und seit längerem ein Freund unserer Lehrerin ist.

Seine Großeltern sind, genauso wie die meisten anderen Amerikaner, Immigranten.

„Bill“ wuchs in einem Sozialbau in Brooklyn auf dem so genannten „federal housing”, in welchem man nur leben durfte, wenn das Einkommen der Familie unter einem bestimmten Wert liegt. Wie zur damaligen Zeit üblich arbeitete der Vater;  die Mutter kümmerte sich um den Haushalt und Bill ging gemeinsam mit seinem besten Freund Howard Schultz auf eine ganz normale Schule. Doch beide wussten, sie wollen mehr erreichen. Beide gingen auf eine Universität und waren sportlich sehr erfolgreich, was ihnen große Vorteile wie z.B. Stipendien ermöglichte. Das Geheimnis von Erfolg ist nämlich, laut „Billy“, Bildung und der Wille, etwas aus sich zu machen.

Bill Block zog schließlich für seine große Liebe nach Deutschland, und merkte schnell den Kontrast zwischen den beiden Ländern. In New York verurteilen die Menschen ihre Mitmenschen für ihre Handlungen und nicht für ihre Herkunft, in Deutschland hingegen seien Menschen offenherzig, jedoch spielt die Herkunft im Alltag oft noch heute eine große Rolle.

Ein Aspekt ist uns jedoch besonders stark im Gedächtnis geblieben. Howard Schultz, sein längster und bester Freund, wurde ein erfolgreicher Unternehmer als Käufer und Aufsichtsrat der durch ihn international bekannt geworden Kaffeehauskette Starbucks. Er setzte sich außerdem dafür ein, dass seine Mitarbeiter, egal welcher Herkunft, Glaubensrichtung oder Hautfarbe, eine Krankenversicherung haben und sich durch Unterstützung von Starbucks weiterbilden können.

An diesem Beispiel konnten wir dann schließlich alle festhalten, dass man tatsächlich mit Fleiß, Ehrgeiz und Bildung „from rags to riches“ aufsteigen und Erfolge erzielen kann, eben wie es im American Dream bekannt ist. Zudem sind die Möglichkeiten geradezu grenzenlos, denn Howard Schultz, so berichtete uns Bill Block, wird als nächster Präsidentschaftskandidat der Demokraten im Jahr 2020 gehandelt.

Wir bedanken uns hiermit noch einmal bei William Block für die ehrlichen und offene Antworten auf  unsere vielfältigen Fragen und freuen uns schon auf seinen nächsten Besuch bei uns!

Marc Konjuhi & Celine Pesch, Englisch LK Q1 [Ris]

Polenaustausch: Europa hautnah

Am Freitag, 1. Juni 2018 war es endlich so weit: unsere Austauschpartner – nein falsch – unsere Freunde (!) aus Warschau landeten am Nachmittag gegen 14:00 Uhr in Düsseldorf. Wir haben uns sehr aufeinander gefreut und waren sehr gespannt, wie die kommende Woche verlaufen würde.

Programm:

Freitag: Stadtrallye in deutsch-polnischen Gruppen und danach gemütliches Beisammensein im Garten der Familie Hellrung:

Samstag: Ausflug nach Düsseldorf mit Rundgang im Medienhafen und Besichtigung der Altstadt und des Landtages mit anschließender Freizeit in deutsch-polnischen Gruppen.

Sonntag: Familientag zur individuellen Gestaltung

Montag: Fahrt zum Wassersportzentrum Neuss Sandhofsee

Start des Projektes: Olympiade „Gemeinsam für Europa“. Am Nachmittag: Einteilung in die deutsch-polnischen Gruppen und Gestaltung von Flaggen. Dann anschließend Stand-Up-Paddling und am Abend gemütliches Beisammensein.

Dienstag: Durchführung der Olympiade in den Gruppen und am frühen Abend gemeinsames Grillen mit unseren Eltern.

Mittwoch: Ausklang des Projektes und Quiz zum Grundgedanken von Olympia mit anschließender Siegerehrung. Dann am Nachmittag gemeinsames Aufräumen und Rückkehr in die Gastfamilien. Der Abend stand den Familien zur freien Verfügung.

Donnerstag: Ausflug nach Münster – Stadtspiel „Knackt den Münster-Code“ mit anschließender kleiner Stadterkundung in der ganzen Gruppe. Danach Freizeit in den deutsch-polnischen Gruppen.

Freitag: Teilnahme am Unterricht bis zur dritten Stunde. Am frühen Nachmittag Treffen am Flughafen und Verabschiedung.

Wir hatten in dieser Woche recht viel Programm, aber mit vielen schönen und spaßigen Momenten. Am Anfang war die Stimmung etwas gedrückt, da das Wetter in den ersten zwei Tagen nicht so mitspielte und wir uns sehr lange nicht mehr gesehen hatten.

Aber spätestens am Sandhofsee wurde die Stimmung schnell viel besser, da das Wetter schön wurde und die Programmpunkte in der Gruppe sehr viel Spaß machten. Außerdem war es immer wieder interessant, wie wir in den Gruppen versuchten zu kommunizieren um miteinander arbeiten zu können. Da wir an einem See waren, haben wir eine Menge mit Wasser gemacht, z. B. Schwimmen, Kanu fahren und noch vieles mehr. Zudem brachte uns das Projektthema den Grundgedanken von Olympia näher. Besonders die Abende waren sehr schön für uns, da wir gemeinsam Musik hörten oder am Lagerfeuer saßen. In unserer Freizeit unternahmen wir viel gemeinsam mit unseren Freunden.

Auch der Ausflug nach Münster war sehr spannend, da wir einige kleine Probleme zu lösen hatten, welche wir aber gut lösen konnten. Die Rückfahrt war zudem auch sehr spannend, da der Bahnverkehr eine Störung hatte und wir mit großer Verspätung einfach in Meerbusch ausgesetzt wurden. Wir kamen erst sehr spät nach Hause. Am nächsten Morgen gingen wir gemeinsam mit unseren Austauschpartnern für die ersten drei Stunden in den Unterricht. Das war auch sehr spaßig. Dabei soll angeblich ein polnischer Gastschüler eingeschlafen sein. Das lag sicher nur an den Anstrengungen der letzten Tage :) Der Abschied rückte immer näher und dann war er leider da. Er war sehr emotional und bewegend für uns alle. Der Austausch war sehr schön und wird uns noch lange in Erinnerung bleiben. Toll, dass dank Lehrer- und Elternengagement so etwas in der oft stressigen Schulzeit möglich ist!!!

[Justus und Johanna Kahlki]

Die Annobibliothek erstrahlt in neuem Glanze

Vor fast einem Jahr gewann die jetzige Klasse 6a mit den beiden Klassenlehrerinnen Frau Schlößer und Frau Grundmann 1927€ bei einem Wettbewerb des Flughafens Düsseldorf – zweckgebunden an das Projekt, die Unterstufenbibliothek des Marie-Curie-Gymnasiums zu digitalisieren und zu erweitern. Parallel spendete die Kinderstiftung Lesen Bildet dem Förderverein 500€ für neue Bücher für die Annostraße. Im Februar dieses Jahres wurde der Internetanschluss in der Unterstufenbibliothek freigeschaltet.

Dann ging es los: Die Bibliothekssoftware Littera wurde bestellt und installiert. Daraufhin wurden 140 neue Bücher ausgewählt und erworben – nicht nur aus dem Bereich Belletristik, sondern auch für jedes Schulfach mindestens ein neues Werk in Beachtung des Lehrplans und darüber hinaus. Ab März wurden dann die Leser und Bücher im System erfasst. Seit Mitte April halfen einige fleißige Mütter aus den 5. und 6. Klassen beim Kleben der Barcodes und bei Bedarf auch beim Kleben loser Seiten. Mitte Mai wurde das vorerst letzte Buch erfasst. Etliche veraltete Bücher wurden ausgemistet.

Die zuständigen Bibliothekskinder der Klasse 6c unter der Leitung von Frau Gungler packten tatkräftig mit an. Binnen kürzester Zeit beherrschten sie den Umgang mit dem elektronischen Verleihsystem. Eine Schließung der Bücherei gab es zu keinem Zeitpunkt, da das alte Karteikartensystem und die neue Bibliothekssoftware zeitweilig einfach parallel genutzt wurden. [GUN]

Steinlegung des diesjähigen Abiturjahrgangs

“Wir sind verewigt! Heute wurde unser Abi-Stein mit unserem Motto “ABICATRAZ” im Walk-Of-Fame auf dem Schulhof der Jostenallee eingelassen. Wir sind nun für immer ein Teil des MCGs! Vielen Dank an alle Mitwirkende und den Steinmetz S+K Grabmale sowie Herrn Larbalette für das Einbauen!” [Dennik Braun]

Schülermesse „Traumberuf IT&Technik“

Hier hatten die Schüler die Möglichkeit, sich bei über 80 renommierten Hochschulen, Behörden und Unternehmen direkt über Ausbildungs- und Studiengänge im MINT-Bereich (MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) zu informieren und die Chance, sich ganz persönlich von Professoren und Ausbildern beraten zu lassen.

Die DQ-Schüler (diese nehmen an der schulbegleitenden Ausbildung zum chemisch-technischen Assistenten teil) ließen sich z.B. bei der Hochschule Niederrhein (einem unserer Kooperationspartner), der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf oder der Universität Marburg über mögliche Studiengänge im Bereich Chemie informieren. Die eher Technik-interessierten Schüler nutzten das Informationsangebot von Airbus oder der deutschen Flugsicherung. Am meisten begeistern konnte allerding der Stand von PIXLVISN, einem privaten Unternehmen, das eine Ausbildung „3D Animation & Visual Effects“ anbietet.
Bei dem reichhaltigen Angebot war für jeden Schüler etwas dabei und am Ende fuhren alle mit informativ gefüllten Taschen nach Hause. Nun kann das Infomaterial in Ruhe gesichtet werden, um den weiteren Ausbildungsweg zu planen. [Dr. S. HANISCH, MINT-Koordinatorin]

12. Nordstadt-Konzert am MCG

Mozart – The first King of Pop
In seinem kurzen Leben nahm er fast alles vorweg, was heute einen Popstar ausmacht: große Hits, internationale Tourneen, hysterische Fans, „er hatte Schulden, denn er trank, doch ihn liebten alle Frauen, jede rief oh, come and rock me Amadeus“ (Falco). Er ist der meistgespielte, am heißesten geliebte Komponist der Welt. Kein anderer begeistert seit über 250 Jahren so viele und so unterschiedliche Menschen mit seiner Musik. Auch bei „Leckermäulern“ ist Mozart äußerst beliebt. Die Mozartkugel nimmt zweifelsfrei den ersten Platz bei Mozartprodukten ein. Jährlich werden über 100 Millionen Mozartkugeln verkauft.

„Deconstructing Mozart“ überschreibt das 12. Nordstadt-Konzert. Das Neusser Kammerorchester (Leitung: Joachim Neugart), die MCG-Rockband „Error Prone“ (Leitung: Heiko Feldmann) und der MCG-Chor „The CHORicals“ (Leitung: Mario Stein) präsentieren Musik von und über Mozart – Altbekanntes, Neues, Ersponnenes, Zerlegtes und neu Zusammengesetztes. Dabei werden Schülerinnen und Schüler des MCG ihre Unterrichtsergebnisse und eigene Moderationen darbieten, die sie mit dem Musiker und Komponisten Manfred Heinen aus Mönchengladbach im Rahmen des Förderprogramms „Kultur und Schule“ erarbeitet haben. [SN]

VVK der Karten im MCG (Tel. 02131-295740)

 

Wirtschaft, Wachstum, Wohlstand – ist mehr eigentlich immer mehr?

Der Abend begann multimedial. Auf einer eigens aufgebauten Leinwand sahen die Anwesenden einen Zusammenschnitt von Fernsehbildern, wie sie uns seit einigen Jahren nur allzu vertraut geworden sind: Man sieht Finanzexperten lächeln, Firmenbosse lächeln, sogar Politiker lächeln. Gut aufgelegte Moderatoren stehen vor riesigen Diagrammen, deren Pfeile alle nach oben zeigen, denn die deutsche Wirtschaft wächst. Das ist gut, denn Wachstum bedeutet Wohlstand. Wir brauchen Wachstum; umso mehr, umso besser. Immer mehr. Wirklich? Schon waren wir bei den Kernfragen des von den Kollegen Heinz, Jesse und Nagel organisierten Denkateliers. Wieviel Wachstum brauchen wir? Wieviel Wachstum wollen wir überhaupt?
Mehrere Teams aus Oberstufenschülern hatten sich des Themas angenommen und es aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Schon bald bekam das schöne Bild vom immerwährenden Wachstum Risse, denn dieses Wachstum hat seinen Preis.

Ihn zahlt zum Beispiel die Natur. Riesige Areale sind schon zerstört, Arten sind verschwunden und Rohstoffe sind restlos aufgebraucht. Wir betrachten die Natur seit jeher als eine Ansammlung von Objekten; ein einmaliges Geschenk, welches uns zur freien Verfügung steht. Wir können – so glauben wir – mit ihm machen, was wir wollen. Aber sind wir nicht auch Verantwortlich für die Erhaltung dieses Geschenkes? Wenn schon nicht um seiner selbst willen, dann doch um den nächsten Generationen ähnlich gute Bedingungen zu hinterlassen, wie wir sie selbst vorgefunden haben?

Ohne Zweifel hat das Wachstum auch viele Gewinner hervorgebracht. Doch es gibt keineswegs nur Gewinner – nicht hierzulande und schon gar nicht global gesehen. Wie der Finanzhai Gordon Gekko bereits 1985 im Film „Wall Street“ festgestellt hat: „Was der eine gewinnt, muss der andere verlieren. Das Ganze ist ein Nullsummenspiel.“ Fair ist es nicht.
Mit diesen Denkanstößen wurde das Publikum in eine Pause entlassen, um sich über Eindrücke und eigene Erfahrungen auszutauschen. Danach sollten die Ergebnisse diskutiert werden.
Der Beginn einer Diskussion ist oft eine schwierige Phase im Ablauf einer Veranstaltung, sei es eine Konferenz, eine Unterrichtsstunde oder eben das Denkatelier. Es kann eine lange, peinliche Zeit des Schweigens sein, in der sich keiner so recht vorwagen will. Es kann aber auch passieren, dass einige wenige Personen die Initiative an sich reißen und andere kaum zu Wort kommen lassen. Beide Befürchtungen waren beim Denkatelier jedoch unbegründet. Viele der Anwesenden leisteten Beiträge, hörten einander zu und ließen einander ausreden. Dieses von Respekt und Sachlichkeit geprägte Gespräch ermöglichte es dem Moderator Heinz schon bald, sich immer mehr zurückzuziehen.
Viel Einigkeit herrschte beim Thema „bisheriges Wachstum“. So wie bisher kann und wird es nämlich nicht mehr lange weitergehen. Ein Umdenken ist dringend erforderlich und sollte möglichst bald erfolgen.

Viel weniger Einigkeit herrschte bezüglich der Konsequenzen. Was genau muss sich ändern? Wer kann, wer soll – ja wer will überhaupt etwas unternehmen? Die Wirtschaft? Wohl kaum, denn Firmen orientieren sich naturgemäß am Profit und weniger an moralischen oder ökologischen Grundsätzen. Die Politik? Da stößt man schnell an jene Grenze, an welcher der politische Gestaltungsauftrag aufhört und die Bevormundung der Bürger anfängt. Oder sind wir alle, jeder einzelne von uns, verantwortlich? Wir, die wir ja letztlich alle dieses Spiel mitspielen!
Vielleicht haben aber auch die Wachstumsbefürworter Recht. Sie argumentieren, dass die Wirtschaft möglichst hohe Gewinne erzielen muss. Das würde auch dem Staat ein hohes Steueraufkommen zur Verfügung stellen. Nur so könne in die Forschung investiert und geeignete Problemlösungen entwickelt werden.
Vermutlich hätten die Teilnehmer des Denkateliers noch eine ganze Weile weiterdiskutiert, wenn Moderator Heinz die Veranstaltung nicht angesichts der fortgeschrittenen Stunde – es war mittlerweile fast 21 Uhr – zu einem Abschluss gebracht hätte.

Zu einer Lösung des Problems war man nicht gekommen, aber das war angesichts der Komplexität des Themas auch gar nicht zu erwarten gewesen. Dennoch war am Ende niemand unzufrieden, denn, so meinte einer der Teilnehmer, während man in anderen Kreisen noch nicht einmal erkannt hatte, dass es überhaupt ein Problem gäbe, hätte man an diesem Abend im Bistro des MCG sogar schon damit begonnen, über Lösungen nachzudenken. Gemeinsam nachzudenken – dafür ist das Denkatelier am MCG wirklich eine geeignete Veranstaltung. [TRB]

Wir verwenden auf dieser Webseite Cookies und ähnliche Technologien, um unser Angebot nutzungsfreundlicher für Sie zu gestalten. Durch die Nutzung unserer Webseite stimmen Sie dem Einsatz dieser Technologien zu. Weitere Informationen hierzu und wie Sie der Verwendung dieser Technologien widersprechen können, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen