Exkursion in den Chem-Park Dormagen

Auch wenn der Chemieunterricht an sich schon zu den abwechslungsreichsten und interessantesten Fächern gehört, ist es auch hier immer wieder schön, die gewohnte Routine beiseite zu lassen, um die Dinge aus einem anderen Blickwinkel beobachten zu können. So war unser Chemie LK auch sehr gespannt als es hieß, dass wir eine Besichtigung der Firma Covestro im Chem-Park Dormagen erleben dürften. Dort angekommen machten wir zunächst in dem uns zur Verfügung gestellten Bus eine Rundfahrt durch den Chem-Park, dessen Betrieb, wie uns erklärt wurde, von zahlreichen Chemieunternehmen geleistet wird. Diese teilen sich innerhalb des Parks die Infrastruktur der Rohrsysteme und Straßen, können sich sogar gegenseitig beliefern und erzeugen damit große Synergien, die unter dem Strich die Effizienz der einzelnen Betriebe enorm steigern.

Nach der Rundfahrt wurden wir in einem Konferenzraum der Firma Covestro von dem Betriebsleiter Herr Westernacher und einem Team von Mitarbeitern empfangen. Sie hatten einen Vortrag vorbereitet und gaben sich viel Mühe uns ihr Unternehmen sowie die Berufsbilder in der chemischen Industrie näher zu bringen und so möglicherweise in uns die Lust zu erwecken, in Zukunft einen solchen Beruf zu ergreifen. Nachdem wir auch die Produktpalette der Covestro Kunststoffe durchgegangen waren und unser Wissen aus dem Unterricht auf die Probe stellen konnten, wurden wir mit Schutzkleidung (Sicherheitsschuhe, Schutzbrille, Gehörschutz, Helm, Gasmaske) ausgestattet und vom Betriebsleiter persönlich durch die komplette Anlage geführt, wo durch Nitrierung und Hydrierung ein Vorprodukt zur Herstellung von Weichschäumen herstellt wird.

Die Anlage war wohl für einige von uns das Beeindruckendste, das sie seit langem gesehen hatten. Wir wurden durch die haushohen Stahlkonstruktionen geführt, vorbei an Pumpen und Rohren, die die Chemikalien durch die ganze Anlage transportierten. Stünde diese Anlage in einer Stadt, würde sie sich über mehrere Häuserblocks erstrecken. So wurde uns wieder einmal anschaulich der Kontrast unserer kleinen Synthesen im Labor zur Produktion im industriellen Maßstab aufgezeigt. Nach dem ausführlichen Rundgang wurden wir zurück in das Hauptgebäude geführt, in dem wir zum Abschluss noch einen Blick in die Kontrollzentrale werfen konnten, bevor wir uns sammelten, herzlich für den Aufwand der Präsentation bedankten und verabschiedeten. [Anton Badort, Q2]