Das MCG zum Schüleraustausch in Polen 2014 – ein Besuch im Schlaraffenland

In der Woche vor den Herbstferien war eine Gruppe von 16 Neuntklässlern bei unserer polnischen Partnerschule in Lazy zu Gast.
Unser diesjähriger Besuch stand ganz im Zeichen der landestypischen Küche. Auftakt bildete die Besichtigung der berühmten Schokoladenfabrik Wedel in Warschau. Ein deutscher Auswanderer hat im Jahr 1851 diese Fabrik gegründet, die bis heute zu den erfolgreichsten Unternehmen Polens zählt. Unsere Neuntklässler durften sich, ausgestattet mit Kittel und Schutzhäubchen, persönlich von der Qualität der Schokoladenherstellung überzeugen. Besonders faszinierend für uns war die Riege von Mitarbeiterinnen, die mit geübter Hand Waffelkuchen mit Schokoladenmustern verzierten. Eine Verkostung rundete die Besichtigung schließlich ab, wobei der Vorschlag von Frau Rißen, den Automaten für “Heiße Schokolade” à la Wedel ins Lehrerzimmer des MCG zu überführen, auf schwere gesundheitliche Bedenken seitens ihres Kollegen Herrn Kahlki stieß.

Am Nachmittag dieses kulinarisch geprägten Tages übten sich die deutschen und polnischen Schüler in der Kunst des Gurkeneinlegens sowie in der Herstellung von Krautsalat und erstellten ein Kochbuch mit den Highlights der polnischen und deutschen Küche.

In der ca 180 Kilometer entfernten Stadt Torun lernten wir die Zubereitung von Piernika (wörtlich: Pfefferkuchen) kennen. Die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärte Stadt weist eine Fülle von gut erhaltenen historischen Gebäude auf, die einen Besuch zu einer echten Zeitreise machen. Das Lebkuchenmuseum – ganz aus Holz und im Stile einer mittelalterlichen Backstube gehalten – wartete mit Bäckern in historischen Gewändern auf, die uns wortreich und gekonnt in die Kunst der Lebkuchenherstellung einweihten. Als Andenken erhielten alle Teilnehmer einen von ihnen selbst hergestellten Lebkuchen.

Den Abschluss unserer kulinarischen Reise bildete ein Workshop in einer Kochschule in Warschau, in der wir süße und herzhaft gefüllte Piroggen zubereiten und anschließend auch verzehren durften.
Aber auch Geschichte und Kultur des Landes kam nicht zu kurz: In den Führungen durch die Städte Krakau, Torun und Warschau konnten wir uns von der Baukunst und der reichen Geschichte des Landes überzeugen. Eine sehr intensive Auseinandersetzung mit der deutsch-polnischen Geschichte fand im Museum des Warschauer Aufstands statt, in dem auf multimediale und zum Teil sehr beklemmende Weise der heroische Versuch der Warschauer Zivilbevölkerung, sich vom Joch der nationalsozialistischen Unterdrückung zu befreien, anschaulich aufbereitet ist.

Für die Schüler des Marie-Curie bleiben aber vor allem Erinnerungen an die sehr herzliche Aufnahme in den polnischen Familien, die sehr langen, aber lustigen Zugfahrten, die abendlichen “binationalen Treffen” (wie wir die Partys politisch korrekt definiert haben) und – man staunt – die Besuche in den Shopping Centers.

(Ris)