Blog: Unser New York Trip zur UN 2019

Tage 5 und 6 (Sonntag, 31.03 und Montag, 01.04.):

So aufregend und faszinierend die letzten beiden Konferenztage waren, so anstrengend waren sie auch. Da die UN ihre Konferenzräume kurzfristig für eine eigene Veranstaltung benötigte, wurden unsere für Sonntag geplanten Sitzungen ohne Verkürzung auf Freitag und Samstag verteilt. Ein erster Vorgeschmack darauf, dass das internationale Parkett kein Zuckerschlecken ist, bedeutete dies doch, dass die Konferenzen und Veranstaltungen in der UN von früh morgens bis nach 22 Uhr dauerten.

Durch die Erledigung der Arbeit an zwei anstelle von drei Tagen hatten wir so aber den Sonntag für weitere Aktivitäten in New York zur Verfügung. Die unterschiedlichsten Dinge standen auf dem Programm, vom Treffen mit der Gastfamilie aus dem Auslandsjahr oder mit dem Bruder, der gerade an einer amerikanischen Universität in der Nähe studiert, über verschiedene Museumsbesuche, bis hin zum Souvenirkauf für sich und die Familie.

Die Tage sind nur so an uns vorbeigerauscht und es wird sicherlich etwas dauern, bis wir all diese Eindrücke und unglaublichen Erfahrungen verarbeitet haben. Wir nehmen auf jeden Fall sehr viel mit zurück ans MCG, zurück nach Hause. Und das sind neben den Erlebnissen in dieser faszinierenden Stadt v.a. unsere Erfahrungen bei der Change the World Model United Nations Conference 2019. Wir haben uns auf internationalem Niveau mit Schülern aus der ganzen Welt gemessen, inhaltlich wie sprachlich. Und wir haben gelernt, dass wir dies selbstbewusst machen können. Die Konferenzteilnehmer aus allen fünf Kontinenten waren sprachlich keinesfalls besser, sie hatten höchstens z.T. langjährige Konferenzerfahrungen bei UN-Schülerkonferenzen. Aufgefallen ist uns, dass wir eine der wenigen staatlichen Schulen bei der Konferenz waren. Das, was wir hier erleben und erfahren durften, sollten aber nicht nur Schülerinnen und Schüler mit entsprechenden finanziellen Hintergrund erleben dürfen.

Daher möchten wir, kurz bevor es gleich zum Flughafen und zurück nach Neuss geht, bedanken. Als erstes geht unser Dank an Botschafter Dr. Heusgen und sein Team. Der Empfang in der Ständigen Vertretung der BRD war spannend und sehr eindrucksvoll. Wir danken unseren Eltern, die einen großen Teil der Kosten getragen haben und unseren Sponsoren: der Bürgerstiftung Neuss, der Sparkassenstiftung Neuss und der Carl Steins Studienstiftung. Danke vielmals für Ihr Engagement. Wir sind fest davon überzeugt, dass sich ihr Einsatz lohnt und hoffen, dass sie dies auch für weitere Gruppen unserer Schule in den nächsten Jahren tun können. Abschließend geht unser Dank an unsere Schule, ans MCG, denn dort ist die Idee für dieses fantastische Projekt entstanden!

Good bye New York! Good bye United Nations! It’s been awesome!!!

Tage 4 und 5 (Freitag, 29.03. und Samstag 30.03.):

Die Menschheit ist eine große Familie; oder sie sollte es sein. Wo könnte man sich darüber besser bewusst werden als im Hauptquartier der Vereinten Nationen. Auf den Gängen des Gebäudes rund um die Generalversammlung wird man durch zahlreiche Kunstwerke und Exponate (darunter verkohlte Reste von Kleidungsstücken, die Jugendliche 1945 in Hiroshima beim Abwurf der 1. Atombombe getragen haben) mit der traurigen Realität konfrontiert. Unter diesen Eindrücken betraten wir die Konferenzräume, in denen schon so viele historische Entscheidungen getroffen wurden, und die weltpolitischen Fragestellungen, die wir dort seit gestern diskutieren und für die wir Lösungsansätze suchen, bekommen eine neue Dimension.
Die UNO als weltumspannende Organisation ist hoch angesehen, steht aber auch immer wieder in der Kritik. Genau dies bildet sich, durchaus auch zu unserem Leidwesen, in den Schülerkomitees ab. Wir beschäftigen uns mit extrem wichtigen Fragestellungen, aber messbare Fortschritte sind schwer zu erreichen. Es wird viel geredet, womöglich zu viel, und viele Länder stellen nun mal ihre eigenen Interessen über das Wohl der Spezies Mensch an sich. Diese Realität der internationalen Diplomatie ist uns hier sehr klar geworden.
In den insgesamt sechs Komitees, in denen wir Delegierte stellten, sammelten wir einmalige Eindrücke und unvergessene Erfahrungen:

„In dem Food and Agriculture Comittee hatten wir vor allem in den freien Debatten die Gelegenheit, uns mit freundlichen Schülern aus aller Welt über politische sowie persönliche Angelegenheiten zu unterhalten und austauschen. Es bot sich uns die einzigartige Gelegenheit mit diesen zu debattieren und diskutieren.“
(Lara Milosevic und Celine Bähr)

„Es war eine schöne Gelegenheit, nicht nur neue Menschen auf einer besonderen Ebene kennenzulernen, sondern auch über sich hinauszuwachsen. Kooperation, Strategie aber auch Verantwortung waren gefragt. Eine tolles und einzigartiges Erlebnis.“
(Ursula Wienken)

„Meiner Meinung nach war die MUN Konferenz eine recht akkurate Simulation der UN, wenn es um Ablauf und Atmosphäre geht. Inhaltlich hatte ich jedoch das Gefühl, dass sich einige Schüler aus anderen Ländern nicht genug mit ihrem Thema auseinandergesetzt hatten und deshalb ihr Land nicht gut repräsentiert haben. Es war eine wichtige Erfahrung für jemanden wie mich, welcher potenziell in der Zukunft in die Politik gehen möchte.“
(Johannes Glade)

„Bei der CWMUN lernte man nicht nur viele neue Menschen kennen, sondern auch wie man mit seinen eigenen Schwächen und Stärken umgeht. Es eröffnet einem die Möglichkeit, eine neue Perspektive zu ergreifen und aus einem anderen Standpunkt aktuelle Probleme zu betrachten und so neue Lösungen zu finden. Dabei war die Zusammenarbeit und das Finden von Kompromissen von hoher Bedeutung, denn die wichtigste Lektion ist es, dass große und besonders globale Probleme auch global und international gelöst werden sollten.“
(Linda Markert)

„CWMUN war eine interessante Gelegenheit, seine Fähigkeiten vor einem internationalen Publikum zu prüfen und sich von anderen Delegates einiges abzuschauen. Außerdem kam man schnell mit vielen Menschen aus verschiedensten Ländern in Kontakt, und es ergaben sich schnell viele tiefgründige Gespräche. Generell gesehen ist MUN das am meisten geeignete Forum, sich in „International Affairs“ selbst zu prüfen und eigene Grenzen perfekt austesten zu können.“
(Celine Pesch und Marc Konjuhi)

Ein besonderes Highlight hielt die Opening Ceremony für uns bereit. Zum Abschluss des Rahmenthemas „Fall der Berliner Mauer vor 30 Jahren“ wurde ein Film präsentiert, der im Vorfeld aus Beiträgen von Konferenzteilnehmern aus der ganzen Welt erstellt worden war. Die Teilnehmer nahmen jeweils einen Satz aus J.F. Kennedys berühmter Rede vor dem Schöneberger Rathaus vom 26.6.1963 auf. Unser Part als Delegation aus Deutschland bestand aus dem berühmten Schlusssatz „Therefore I take pride in the words: Ich bin ein Berliner.“

Tag 3: Donnerstag, 28.03.2019

Eine Stadt muss man zu Fuß erkunden, und dies tun wir ausgiebig! Nachdem wir am Vortag über 20 km gelaufen waren, freuten wir uns am nächsten Morgen erst einmal auf ein Frühstück in einem Bagel-Shop. Unsere Zeit in Brooklyn ging heute zu Ende, der Umzug in das Hotel aller Delegierten in Manhattan stand an. Bald sollte es also endlich losgehen mit der Konferenz, und ein erstes Gefühl der Anspannung machte sich breit.
Doch der heutige Tag sollte nochmals im Zeichen der Stadterkundung stehen. Nach dem Transfer in das neue Hotel brachen wir erneut zu Fuß auf. Dieses Mal betrachteten wir die Stadt aus einer neuen Perspektive. Auf dem Dach des Rockefeller Centers genossen wir die unglaublich faszinierende Aussicht über das sonnige New York.
Da der Wettergott weiter auf unserer Seite stand, nutzten wir den Sonnenschein und spazierten zum Central Park, besuchten das Denkmal für den ermordeten John Lennon und machten ein Picknick im Park.
Der restliche Tag wurde größtenteils frei verbracht, um Souvenirs für die Familie zu finden oder andere Teile der Stadt zu erkunden wie China-Town oder Soho. Beim Mexikaner ließen wir den Tag mit Tacos und anderen Spezialitäten ausklingen. Im Verlauf des Tages richteten sich unsere Gedanken zunehmend auf die morgen beginnende Konferenz, so dass wir vor dem Zubettgehen letzte Vorbereitungen, sowohl inhaltlich als auch mental, für die folgenden Konferenztage trafen.

 

Tag 2: Mittwoch (27.03.2019)

Der nächste Tag startete ganz amerikanisch: American Pancakes, French Toast und vieles mehr. Gut gesättigt gingen wir dann über die Brooklyn Bridge zu Fuß nach Manhattan. Dort konnten wir nicht nur das One World Trade Center näher betrachten, sondern auch das Memorial von ‪‪9/11‬‬. Besonders die unzähligen Namen, die auf den Gedenktafeln eingraviert sind, führte uns nochmal vor Augen, wie viele unschuldige Menschen bei dem Atten‪tat u‬mgekommen sind. So machten wir uns unmittelbar danach auf dem Weg zur St. Paul’s Chapel, die den Anschlag vom 11. September 2001 als einziges Gebäude auf dem Gelände des World Trade Centers unversehrt überstand. Nachdem wir auch den Friedhof, auf dem die Bell of Hope an die Ereignisse erinnert, mit traurigem Auge besichtigten, gingen wir die berühmte Wall Street in New York entlang. Dabei konnten wir uns einen Blick auf die große Bronzeskulptur von George Washington, die sich vor dem Federal Hall befindet, nicht entgehen lassen. Mit der NY U-Bahn fuhren wir dann zur Grand Central Station, nachdem wir vom Battery Park an der Südspitze Manhattans einen guten Blick auf die Freiheitsstatue hatten.
Ab diesem Zeitpunkt stand uns etwas Freizeit zu, d.h. wir konnten in Gruppen die Gegend auf eigene Faust erkunden. Um 15 Uhr folgte der Höhepunkt des Tages: ein Treffen in der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik bei den Vereinten Nationen mit dem Botschafter Dr. Heusgen. Trotz zweier Sitzungen des Sicherheitsrats nahm er sich in der Pause über eine Stunde Zeit, mit uns zu diskutieren und gab uns hilfreiche Tipps für unsere Konferenz bei den Vereinten Nationen. (Ein ausführlicher Bericht befindet sich auch hier)

Abends trafen wir uns alle schließlich in einem kleinen italienischen Restaurant in Brooklyn. In diesem ließen wir es uns nicht nur gut schmecken nach ganz italienischer Art schmecken, sondern tauschten uns über unsere intensiven und beeindruckenden Erlebnisse der ersten gut 24 Stunden in NY aus. Mit gut gefülltem Magen gingen wir dann zum Hotel zurück und ein weiterer Tag in New York ging so zu Ende.

 

Tag 1: Dienstag (26.03.2019)

Früh morgens ging es von Düsseldorf über Frankfurt zum JFK-Flughafen nach New York. Nachdem wir am späten Abend in unserem Hotel angekommen waren, begaben wir uns sofort auf unsere Zimmer.Trotz langem Flug und der späten Uhrzeit haben wir uns die Chance nicht nehmen lassen, entlang des East River zu spazieren und dabei einen atemberaubenden Blick auf die Brooklyn Bridge und die Skyline Manhattans zu erhaschen. Dabei trug vor allem der Sonnenuntergang zu einer einzigartigen Atmosphäre bei. Den Tag beendeten wir schließlich mit einem Besuch in einem Burgerrestaurant, wo wir es uns richtig schmecken gelassen haben, bevor wir dann müde und erschöpft auf unsere Betten fielen.

Schülerinnen und Schüler berichten aktuell von ihren Erlebnissen in NYC.

Mehr über die „Change the World Model United Nations (CWMUN)“ erfahren Sie hier: www.cwmun.org

Vielen Dank für die freundliche Unterstützung:
Sparkassen-Stiftung Neuss, Bürger-Stiftung Neuss, Carl-Steins Studienstiftung